Ausführlicher Bericht- Grand Tourneo Connect

Hallo zusammen und willkommen zum ersten ausführlichen Bericht zum Grand Tourneo Connect. Man findet echt recht wenig zum Grand Tourneo Connect, ich frage mich nur warum? Auch zum Tourneo Courier ist relativ wenig zu finden… auch wenn man bei beiden Fahrzeuge zum Transit-Bruder sucht.

Kaum realistische, detaillierte Infos zu manchen Themen. Schon tragisch, dass Ford für diese Fahrzeuge kaum Werbung macht, trotz des hohen Nutzwertes. Aber dass man dann auch sonst in diversen Testberichten oder in YouTube kaum was potentes findet? Nur so oberflächliche Videos, mit Eckdaten, nur blabla, kurzen Aufnahmen vom Innenraum, Ladevolumen usw… alles nur drübergeschwenkt, Hauptsache was berichtet, nur kurze Testvideos, wo dann einer ne Runde mit dem Wagen fährt und die Eckdaten runterquasselt… *nerv*

Aber mal so ein richtiger ausführlicher Test mit diversen Details oder ein ausführliches Video- leider Fehlanzeige. Gerade, weil der Wasgen ja definitiv gut für Familien ist. Details zum Fahrzeug, zum Menü, zum Navi, zur Klima, zu den Sitzen, zur Automatik, zur Technik im Innenraum, zur Bedienung usw erst recht nicht.

Nun denn- Abhilfe soll ja dieser Blog sorgen. Und mal sehen, wer weiß, vielleicht packt es mich ja mal und ich mache glatt mal noch ein Video…  😛

Auf jeden Fall habe ich mal für unsere beiden Tourneos parallel zum MotorTalk-Blog eigene Webseiten eingerichtet, dort schreibe ich über jeden Wagen dann 1 x monatlich ebenfalls ausführlich. Was aufläuft, Kosten, Nutzwert, Erlebnisse… und natürlich auch negative Punkte, die nerven. Mehr dazu am Ende.

So, nun aber zum Wagen:
Der Grand Tourneo Connect war unsere erste Wahl und war auch bei mir schon bissl im Hinterkopf, als sich weiterer Nachwuchs ankündigte, ich habe es ja im vorigen Artikel beschrieben. Ich habe extra viele Bilder angefertigt, manche in der ersten Woche, da war die Sonneneinstrahlung aber heftig und ich hatte viele Schatten, andere Bilder sind erst neulich aufgenommen, bei gleichmäßigem Licht.

Auswahlkriterium (IT, Baby und Kohle):
Hier hatte ich einige Punkte, die sich auch nach vielen Wochen stöbern klar definierten: Ich lade oft IT-Ware, will also eine große und ausreichend tiefe und hohe Ladefläche nutzen können, dazu Platz für Nachwuchs (2-3 Kinder), Schiebetüren sind definitiv Pflicht, der Fiesta muss zu einem guten Tarif angenommen werden! Der Wagen muss Platz für mich bieten (1,98 cm groß) und hinter mir sollte auch noch bequem ein Erwachsener sitzen, da ich gelegentlich auch mal Kunden dabei habe.

Ein Reboarder-Kindersitz von Cybex sollte nicht nur hinter den Beifahrersitz passen, sondern auch ein 2. Sitz hinter mir reinpassen, es müssen 2 Kinderwägen oder Schlitten oder viel Gepäck reinpassen, er muss Automatik haben, 5 Jahre Garantie oder 100 TKM, mit 2-Zonen Klimaautomatik und Navi.
Und das ganze für maximal 20 TEURO aus erster Hand, ein Neuwagen kommt nicht in die Tüte.

Urlaubsfahrten mit dem ganzen Krempel sollten natürlich drin sein. Und ab und an mal ein IKEA-Besuch oder eine Waschmaschine darf dann kein Herausforderung werden. Mal mit Oma und Opa und Kinderwägen oder Schlitten was unternehmen ist nun auch drin. Und in einigen Jahren, wenn die Kids größer werden, sind Geburtstagsfahrten ins Schwimmbad mit 7 Sitzen auch ne feine Sache. Mama im Tourneo Courier, und Papa im Grand Connect- da lässt sich dann einiges mit anstellen und man kann ohne Galama mal mit einigen Kindern was unternehmen.

Beide Autos sollten 10 Jahre bei uns Laufen.

Bäämmm- soviel zu den Eckdaten.

Langer Rede kurzer Sinn, wochenlang gesucht, es wurde dann der Grand Tourneo Connect, 120 PS Diesel, 6-Gang Automatik, 11.212 km, war ein Ford Werkswagen. War vom 03.2018 bis 11.2018 angemeldet, ich habe ihn dann Ende Februar 2019 für glatte 21 TEURO gekauft, abzgl. 7 TEURO Inzahlungnahme für den Fiesta. Hervorragender, neuwertiger Zustand, optisch und technisch einwandfrei. Zwar in schwarz, aber was solls.
Bisher auch top zufrieden, ich habe ihn am 22.02.2019 abgeholt und mittlerweile bereits 14.180 Kilometer auf der Uhr, somit in den letzten beiden Wochen knapp 3.000 km  gefahren.

Der Motor (iiih, ein Diesel?):
Eigentlich wollte ich keinen Diesel mehr, muss ich ehrlich vorab sagen. Der Ruf des Diesels hat doch etwas gelitten, Schummel-Software und Drecksschleuder sind nur einige Begriffe, die der Diesel sich gefallen lassen musste. Dazu der immer größere technische Aufwand, um einen Diesel sauber zu halten… immer höhere Drücke für die Einspritzungen, Hochdruckpumpen, Abgas-Rückführungen, verkokte AGR-Ventile, Turbolader, Diesel-Partikelfilter, Regenerationszyklen, das Theater mit den Injektoren, oder nun die neuen Diesel mit 6d mit AdBlue Harnstoff-Zuspritzung und SCR-Filtertechnik… ach herjeee, da vergeht einem echt die Lust.

Und weeeeeehe es ist was defekt, da kann es schnell teuer werden.

Aber gut, der Grand Tourneo Connect ist leider nur als Diesel zu haben, aber der 1,5 TDCi hat einen guten Ruf, läuft wohl unkompliziert… also dann mal Feuer frei. Der Vor-Facelift hat den AdBlue-Kram noch nicht, passt. Und Euro 6 sollte wohl eine Weile reichen!

Die 120 PS sind nicht zuwenig, es reicht, um mit leichtem Gasfuss prima vorwärts zu kommen. Der Motor ist stark im Antritt, von 1.500 bis 3.000 Umdrehung geht’s gut vorwärts, darüber hinaus wird’s wieder nüchterner. Also sinnloses hochdrehen bei diesem 1,5 Liter Diesel = Blödsinn.

Mehr PS wäre natürlich sicher lecker, aber mir reichts. Mehr Bumms im Motorraum wären nur wieder mehr Verbrauch verbunden.

Erfreulich ist, das im Innenraum nur ein leichtes, angenehmes Brummeln rüberkommt… kein lautes Diesel-Genagel oder aufdringlicher Motorsound. Auch wenn man neben dem Wagen steht, ist der Motor nicht laut… da gibt es andere Fahrzeuge wo man als meint, was nagelt denn da unter der Haube?
Er springt flott an, und beim Abschalten läuft er sanft und ohne Rumschütteln aus. Generell kaum Vibrationen.

Hier zu erwähnen: Er braucht relativ lange, bis der Motor auf Temperatur kommt. Ich fahre im kalten Zustand eh sanft los, dann Bundesstraße, Mischverkehr. Da dauert es schon locker 8-10 Minuten, bis die Nadel hochgeht.
Und beim neuen Facelift-Tourneo mit 6d Temp ist dies noch extremer, den hatte ich ja mal einen Tag zur Probe… da brauchte der Wagen sogar noch länger, bis die Temperaturnadel mal hochging und ordentlich warme Luft aus dem Gebläse kommt.

Das Automatik-Getriebe („PowerShift“, Getrag 6DCT):
Das 6-Gang „PowerShift“-Getriebe ist ein Doppelkupplungsgetriebe der Firma Getrag. Der Ruf ist so lala, es gab auch schon so manche Problemfälle damit… aber wenn man hier normal fährt und regelmäßig das Getriebeöl wechselt, tut man dem Getriebe schon mal viel Gutes.

Ich hatte ein langes Gespräch mit meinem Getriebeprofi. Bei dem Getrag 6DCT-Getriebe ist dies Servicetechnisch auch so vorgesehen, es hat 2 Ablassschrauben und der eine Filter ist gut zu erreichen. Der zweite Filter sitzt im Getriebe, da müsste man alles öffnen, es reicht aber wenn man regelmäßig den ersten zugänglichen Filter wechselt.
Und zum Glück habe ich in meinem Kundenkreis eine Firma, die sich auf Getriebe spezialisiert hat, denn ich habe gleich mal einen Ölwechseltermin vereinbart, mehr dazu später.

Das Getriebe schaltet bisher gut und sanft, bei leichtem Gasfuss auch recht früh, was mir persönlich gefällt. Temperaturunterschiede merkt man aber- morgens früh in den ersten Minuten sind Schaltvorgänge bei einigen Grad Minus deutlicher zu spüren, dies verläuft sich aber, wenn alles auf Temperatur kommt. Mal sehen, ob sich da nach dem Getriebeölwechsel was ändert.
Der Diesel bleibt locker unter 2.000 Umdrehungen, man fährt also schön im unteren Drehzalbereich… unaufgeregt, unauffällig und auch vom Verbrauch her echt gut.

In Stellung „D“ wird auch gut nach Gaspedal geschaltet, hier kann man definitiv den Schaltvorgang schön provozieren… also Anfahren, kurz leicht lupfen, dann geht das schnelle und nahezu ruckfreie schalten in den 2. oder 3. oder 4. Gang problemlos. Meiner Meinung nach gut gemacht, hat man schnell im Gefühl drin.
Man kann mit den Pfeiltasten am Knüppel zwischendurch auch manuell runter- oder hochschalten, zum Beispiel vor einem Überholvorgang oder wenns den Berg runter geht und man möchte die Motorbremse verwenden. Durch längeres drücken auf`s „PLUS“-Symbol wird dann wieder in den automatischen „D“-Modus gewechselt. Auch wenn man runterschaltet und ohne Schiebebetrieb einfach nur mit erhöhter Drehzahl fährt, schaltet dann nach einigen Sekunden das Getriebe wieder in den „D“-Modus zurück.

In Stellung „S“ schauts etwas anders aus- hier werden die Gänge höher ausgedreht, die Schaltvorgänge sind spürbar härter. Auch das Gaspedal- also die Gaskennlinie- ist deutlich „sportlicher“ und empfindlicher, ein leichtes absenken des Gaspedals sorgt für kräftigen Vorschub und hochdrehen des Motors.

Auch wenn man dann mit den Tasten manuell eingreift bleibt dann das Getriebe penetrant in diesem eingelegten Gang und schaltet nicht- wie im „D“-Modus nach eine Weile wieder um. Somit kann man hier auch permanent manuell Schalten.

Wer diesen Modi braucht…naja, wer will mit der Kiste sportlich fahren? Vielleicht bei einer Serpentine oder im bergigen Umfeld mag das Sinn machen, allerdings tun mir die härteren Schaltvorgänge fast schon etwas weh… „das arme Getriebe“ kommt mir da in den Sinn.
Von daher fahre ich bisher im „D“-Modus und nutze gelegentlich das manuelle runterschalten mit den Tasten, um bei einer Autobahnausfahrt zum Beispiel schon mal runterzuschalten, um abzubremsen und die Bremsen etwas zu entlasten.

Als Fazit würde ich das Setup als sehr komfortabel bezeichnen.

Der Verbrauch (cool, ein Diesel!):
Ein guter nächster Punkt nach Motor und Getriebe ist sicher der Bereich Verbrauch. Bei dem Tourneo Courier, den nun meine Frau fährt, habe ich ja 1 Jahr lang alle Tankvorgänge usw mitgeloggt, hier habe ich einen Realwert von 6,61 Liter auf 100 km. Für einen kleinen Dreizylinder mit 100 PS nicht sooo schlecht, bei der hohen Kiste.

Beim Grand Tourneo Connect habe ich erst 3 x getankt, der Bordcomputer zeigte immer zwischen 5,8 und 6,3 Liter an, was sich auch ziemlich gut mit der App deckt. Hier nun wieder der Diesel-Vorteil.
Wobei- hier müsst ihr wohl noch einige Kilometer und Tankvorgänge abwarten, aber so wie es ausschaut ist ein Fahren mit um die 6,2 bis 6,6 Liter gut möglich… wohl angemerkt, das ich einen vorsichtigen Gasfuss habe, früh vor der Ampel vom Gas gehe, oft mit Tempomat fahre und auf der Autobahn selten schneller als 120 km/h fahre.

Ansonsten meist einen Tick überm Limit, also bei 70 steht der Tempomat auf 77, bei 100 auf 110 usw…
Würde mich als sehr vorausschauend und als materialschonender Fahrer bezeichnen.
Für das Gewicht und die Höhe bin ich mit diesem Verbrauch einverstanden, ich finde da kann man nicht meckern. Aber wie erwähnt- langfristige Werte abwarten. Auch wird dann im Sommer die Klimaanlage noch ein Wörtchen mitreden und den Verbrauch steigen lassen.

Das Fahrverhalten, Abmessungen, Spiegel, Sicht:
Top! Langer Radstand, schönes „Limousinen“-Verhalten, schluckt viel an Bodenunebenheiten, sehr hoher Komfort. In den Kurven hält sich bei flotter Kurvengeschwindigkeit das Neigen im Rahmen, der Connect fährt sich definitiv nicht wie ein LKW oder Lieferwagen. Eher sanft, ruhig, auch im Innenraum sehr leise. Für uns als Familie mit Kids prima. Und auch wenn ich alleine unterwegs bin, oft mit Kunden telefoniere oder vor mich hin überlege- ich finde diese Ruhe Klasse. Das entspannt mich. Also mir macht es Spaß, mit dem Wagen zu cruisen. Mich entschleunigt das.
Bei mir läuft auch kaum Radio, wenn ich alleine bin, da ich einfach zum hektischen IT-Alltag und Kunden-Gequatsche oder Kinder- Gequake gerne mal Ruhe und Zeit habe, meinen eigenen Gedanken zu folgen und in Ruhe vor mich hinüberlege, meinen Terminplan im Geiste durchgehe usw….

Was einem natürlich klar sein muss: Der Wagen ist kein Mini, also flinkes einzirkeln gehört der Vergangenheit an. Die 4,82 Meter Länge müssen erst mal im Parkplatz untergebracht werden. Auch 3 Parkhäuser durfte ich schon testen, auch hier etwas mehr ausholen als man vielleicht vom Auto gewohnt ist.
Ich fahre generell viel über die Spiegel und dazu gibt’s noch die Rückfahrkamera, das Rangieren fällt mir persönlich eigentlich leicht und ich habe mich schnell an die Abmessungen gewöhnt.
Man muss hald mit dem „Dicken“ etwas mehr ausholen, dann passt das auch mit dem Einparken. Meine Frau tut sich da deutlich schwerer… den Tourneo Courier hat sie im Griff, beim Grand Tourneo Connect ist sie schon konzentrierter und schaut gewissenhaft, ob auch alles passt.

Hier besonders positiv zu erwähnen sind die Seitenspiegel- schönes Sichtfeld, schön groß, und dazu ist unter dem eigentlichen Spiegel noch ein kleinerer asphärischer extra-Spiegel mit konvexer Spiegelfläche, welche den toten Winkel zeigt. Gut gemacht.
Der Innenraumspiegel könnte etwas größer sein, aber ich sitze hald leidert im Gegensatz zu vielen anderen fahrern auch recht weit weg…  🙂
Rückfahrkamere: Geil! Tolle Sicht, man kann gut sehen was hinten passiert.

Die Rundum-Sicht finde ich gut, die A oder B-Säule ist mir persönlich nicht im Weg, engere Kurven kann man gut einsehen, es reicht ein leichtes neigen des Kopfes um quasi um die Säulen kurz zu blicken. Ist meiner meinung nach machbar, da hatte ich schon andere Fahrzeuge wo man beim links abbiegen besser aus dem Seitenfenster schaut weil einem die Säule penetrant im Blickfeld lag.
Aber auch hier bedenken- ich sitze hald auch ganz hinten mit dem Sitz, von daher ist das Blickfeld von einem kleineren Fahrer, der näher am Lenkrad sitz, wiederum ganz anders.

Auch in der Waschanlage ist darauf zu achten, das man vorne, hinten, links und rechts genügend Platz hat und möglichst genau mittig steht, dann gibt’s auch hier keine Probleme. Die Spiegel klappen zu beim Abschließen an, diese mache ich danach mit einem Tuch noch sauber innen.

Ganz anders schauts natürlich mit den Windverhältnissen aus. Auf einer Autobahnbrücke merkt man schon deutlich bei Böen die größere Angriffsfläche des Tourneos. Kann man natürlich mit dem Lenkrad ausgleichen, ist klar… aber man spürt schon deutlich, wie der Wind zerrt.

Der Innenraum (Panoramadach ist Pflicht):
Weit weg vom „Transporter-Feeling“, was ich als schon gelesen habe.
Ich habe ja viele Bilder eingestellt, ich hoffe die Aufnahmen bringen auch einige Details rüber.

Ich sitze Klasse, sehr bequem, und endlich kann ich mal die Füsse nahezu ganz ausstrecken. Die Materialen sind ok und die Gestaltung sagt mir zu. Meiner Frau übrigens auch, wir sind beide angetan und zufrieden damit.
Die Sitzstoffe fühlen sich gut an und machen einen soliden und strapazierfähigen Eindruck. Die Mittelarmlehne ist gut gepolster, mein Arm und der meiner Frau haben bequem drauf Platz, leichtes Haare-kitzeln inklusive…  🙂
Das Panoramadach holt`s definitiv raus, dies lässt den Innenraum freundlich, groß und hell wirken und ist von meiner Seite aus eine klare Empfehlung. Generell lohnt sich die „Titanium“-Linie.
Wenn man beim Panoramadach die elektrische Jalousie zufährt, wirkt das gleich ganz anders… von daher ist unsere Abdeckung meistens eingefahren und der Blick auf den Himmel ist offen, unser Kleiner freut sich da immer sehr drüber.
Die Erreichbarkeit vom Radio, die Knöpfe, die Bedienelemente sind aus meiner Sicht alle gut zu erreichen, ich habe aber auch lange Arme… von daher dies nicht unbedingt als Referenzwert nehmen…  😉
Details zu manchen Elementen, Klima, Navi usw dann im jeweiligen Abschnitt. Ansonsten alles recht selbsterklärend und gut gemacht.

Das Kombiinstrument (hmm, naja):
Da würde mir das neue Kombiinstrument vom 2019èr Tourneo Connect definitiv mehr gefallen, dies gleich mal vorneweg.

Das Vor-Facelift-Instrument ist abgesenkt, geht also arg in die Tiefe, was mir persönlich nicht so gefällt. Von der Seite sieht man gar nichts mehr, und auch wenn man davor sitzt muss man sich an diese „in die Tiefe gehende“ Platzierung erst mal gewöhnen. Drehzahlmesser links, Tacho rechts, in der Mitte gegenläufig die Temperatur und der Tank, siehe Bilder.
Wenn man mit dem Kopf leicht nach links oder rechts neigt, kommen einem beim jeweils anderen Rundinstrument schon die Kanten ins Blickfeld, ich hoffe ich kann das so erklären und begreifbar machen… ist einfach nicht ideal gelöst.
In den Rundinstrumenten verteilt sind die ganzen Anzeigen und Warnsymbole, alles gut abzulesen.
Der Bordcomputer in der Mitte zeigt diverse Einstellungen im Setup-Menü an, man kann hier also einige Werte her grundlegen einstellen.

Ansonsten zeigt es im Alltagsbetrieb alle gewünschten wichtigen Parameter an und diese Anzeige finde ich mal gut gemacht! Endlich mal kein herumgedrücke mehr notwendig! Wie geil ist das denn!   🙂
Mich nervte das bisher immer mal wieder, wenn ich zwischen Momentanverbrauch, Durchschnittsverbrauch, Außentemperatur und Reichweite umschalten musste… kennt das jemand?
Hier aber kann man sich auch natürlich jeden Wert in „groß“ einzeln darstellen lassen, aber es gibt ein Übersichtsfenster, wo einem 4 Werte dauerhaft angezeigt werden. Top! Hier sieht man den Momentanverbrauch, den Durchschnittsverbrauch, die gefahrenen Kilometer und die geschätzte Restreichweite in Kilometern… alle Werte seit der letzten Nullung. Und links oben ist noch die Außentemperatur abgebildet.

Somit alles im Blick. Ohne Fummeln und rumklicken zu müssen. Perfekt! Mehr brauche ich nicht.
Also auch hier wieder: Die Anzeigen an sich prima, aber dieses abgesenkte komische Design der Rundinstrumente ist nicht gaaaaanz so mein Ding.

Das Lenkrad:
Kurz und knapp: Leider Geil!
Liegt gut in der Hand, die Steuerknöpfe links für das Menü des Bordcomputers (wo ich ja jetzt aber nicht mehr rann muss) und rechts fürs Telefon und Lautstärke sind gut erreichbar, der Tempomat links in eigener Konsole auch.

Für meine großen Griffel ist das Teil wirklich super. Kann nix bemängeln.

Das Navi (und Freisprechen, iPhone, Radio…):
Das Navi ist bisher zuverlässig und von der Bedienung her Prima, allerdings die Menüführung etwas gewöhnungsbedürftig. Auch die Anzeigen sind für Menschen, die nicht mehr ganz so gut sehen manchmal vielleicht etwas klein und filigran.
Ich werde versuchen, das in einem eigenen Bericht mit detaillierteren Bildern mal einzufangen.
Wie gesagt- für mich als IT´ler und scharfen Augen prima, aber die Auflösung mag doch für manche Menschen etwas zu arg sein. Mehr dann dazu später.

Rein von der Funktion und von etlichen bisherigen Zielführungen her bin ich voll zufrieden.
Das Radio hat guten Empfang, Lautstärke passt auch, Verkehrsfunk funzt problemlos.
Mein iPhone ist via Bluetooth war ratz-fatz verbunden, Mukke bollert gut (falls mal der seltene Fall eintritt und ich haue mir was auf die Ohren), telefonieren ist via Freisprechen meiner Meinung nach überdurchschnittlich gut. Gespräche mit Kunden sind akustisch sehr gut bisher, manche merkten gar nicht das ich Auto fahre. Top.

Einzig das Starten benötigt einige Sekunden… aber gut, das System muss eben erst alles hochfahren. Also einsteigen, Motor starten und gleich losdrücken ist nicht! 10-15 Sekunden für`s Booten der Anlage und Karten müssen einkalkuliert werden. Handy verknüpfelt sich schnell, Radio dudelt auch gleich los, aber das Navi benötigt eben etwas Zeit.

Die 2-Zonen Klimaautomatik (Yehaa, Männer!):
Endlich!! Männer, welch ein Segen, keine glühenden Schwitzefüße mehr!!  🙂

Jungs, wer kennt das nicht? Frau nebendrann: „Kannst du bitte etwas mehr Wärme an die Füße tun, mir ist kaaalt“?  Boaaah, piens! Also gut, 25 Grad auf die Füße, sie dreht dann noch auf 27 hoch, Klappen unten aufmachen… und nach 4 Minuten glühen mir die Socken. Meine Frau hingegen „so ist`s doch schön kuschelig, oder? So kannst du es lassen…“!
Nach weiteren 15 Minuten habe ich kaum noch Gefühl in den Füßen und in Gedanken bilde ich mir ein, wie die Brandblasen in meinen Schuhen aufplatzen… *schauder*

Aber gut, das Thema ist nun durch. Es ist ohne Witz herrlich, wenn die Frau drüben ihren Kram einstellen kann und ich bleibe bei meinen 19,5 Grad, perfekt für mich. Generell mag ich es eher nen Ticken kühler, da bleibt man fit, das hält die Birne frisch. Meine Frau ist da eher so der 24-Grad-Typ, dazu Sitzheizung auf 5… pennt dann auch bei längerer Autofahrt problemlos weg, wen wunderts.
Nun hat jeder sein eigenes Klima, perfekt. Endlich kehrt vorne Ruhe ein…  😉

Da es bisher noch kühl war habe ich den Klimakompressor bzw. die Klimaanlage noch nicht verwendet, wird soweit sein wenn`s wärmer wird. Bisher läufts im Eco-Modus, also reine Außenluft.

Einziges kleines Manko aber bereits hier: Um von der 2-Zonen Regelung (Fahrer/Beifahrer getrennt) wieder auf die 1-Zonen Regelung umzuschalten ist die AUTO-Taste mehrere Sekunden zu drücken. Soweit sogut, aber es ist dann doof, das die Klimaanlage auf Automatik geht, die Klima aktiviert wird, und Gebläse- und Düsen alle auf Automatik gehen. Es ist somit die Taste AUTO lange zu drücken, um wieder zentral die Temperatur für beide Bereiche zu regeln, danach „darf“ man wieder die Düsen und das Gebläse manuell nach eigenen Wünschen einstellen und die Klimaanlage deaktivieren und auf Eco gehen.

Hier fehlt meiner Meinung nach ganz einfach eine „Sync“-Taste, dann wäre der Zynober nicht notwendig.

Sitze, Türen, Heckklappe, Platz (und Windel wechseln):
Das man bequem sitzt sagte ich ja bereits. Die vorderen Sitze sind gut geschnitten, mein Rücken hat nach über 2.500 km noch nichts zu murren, die Sitzheizung sorgt flott für warmes Sitzfleisch… ich muss da sogar schnell wieder runterregeln.
Und das man auch in der 2. Reihe super sitzt ist echt ne feine Sache. Schnell umgeklappt ist auch alles, in der dritten Reihe haben Kinder oder kleinere Menschen problemlos Platz.
Die 3. Reihe kann man auch fix umklappen, somit gibt`s viel Laderaum. Noch mehr Laderaum, wenn man 3. und 2. Reihe umklappt… Hammer, da kann man super drin pennen. Oder ein Fahhrad reinlegen, oder 4 Waschmaschinen laden oder was weiß ich noch alles mit anstellen…   🙂

Die 3. Reihe kann man auch herausbauen, braucht dafür aber einige Minütchen, um die Schrauben zu lösen. Vorteil von meinem Vor-Facelift zum aktuellen Tourneo: Hier gibt es hinten noch keine Sitz-/Anschnallwarnung. Beim neuen Tourneo gibt es beim Ausbau der 3. Reihe nämlich ständig dieses Anschnallwarnung.

Zu den Türen: Top. Die hinteren Schiebetüren sind stabil, laufen ruhig und geschmeidig und fallen satt in den Rahmen. Die Scheiben sind voll versenkbar hinten, was ich in vielen anderen Fahrzeugen vergeblich suche. Man kann sie weit öffnen (also die Türen), Kinder und Einkäufe sind super zu verstauen. Auch die Heckklappe hinten geht weit auf, ich kann als langer Lulatsch gut drunter stehen. Einkäufe oder schwerere Kisten sind gut ein- und auszuladen, und richtig geil ist: Man kann super ein Baby wickeln oder umziehen da hinten, ohne nass zu werden und sich den Rücken zu verrenken… Eltern wissen dies zu schätzen, vertraut mir…  🙂

Generell ist es wirklich eine Wohltat, viel Platz zu haben… sorry, falls ich mich da wiederhole.

Die allgemeinen Dinge sind klar: Ob Einkäufe, Ladung, sperrige Kisten, Monitore, Serverkartons, PCs, usw, dafür ist natürlich Platz… aber auch der ganze Familienkram ist gut unterzubringen… die kleineren Dinge.. über dem Lenkrad ist ein Klappfach für meinen Kleinkram, Geldbeutel, Papiere usw,  in der Mitte ist unter der Armlehne gut Platz und auch 2 USB-Anschlüsse, dann über unseren Köpfen ist ja vorne die große Ablage für Spielsachen, Babykram, Westen, Handschuhe, Tempopäckchen usw… und hinten findet die Windeltasche mit allerlei Krempel Platz. Alles verstaut und schüttelfrei platziert. Top.

Mein Fazit zum Grand Tourneo Connect:
Kurz und knapp- uns gefällt er, fährt sich gut und der Wagen passt zu uns und unseren Anforderungen prima.
Einige Kleinigkeiten- wie beschrieben- gibt’s eben immer, aber das passt soweit alles. Wenn nun der Connect und der Courier 10 Jahre lang bei guter Pflege ihren Dienst tun wären wir zufrieden.
Ich werde alle Kosten festhalten und immer mal wieder berichten, was passiert.

Die nächsten ToDos:
Auf jeden Fall werde ich (aufgrund meines Kontaktes) erst mal einen Getriebeölwechsel inkl. Filter vornehmen. Kostet mich nur einen kleinen Euro und ich will sehen, wie das nach knapp 15 TKM ausschaut. Ist zwar noch etwas früh, aber egal.
Ich habe ja bei meinen Mondeos damals Getriebeölspülungen machen lassen, und was da für eine Brühe jedesmal rauskam- ekelhaft. Kein Wunder, wenn Getriebe, Mechanik und die kleinen Kanäle schlappmachen und sich zusetzen.Von daher möchte ich dem Getrag-Getriebe gleich mal was Gutes tun. Werde natürlich einige Bilder machen und berichten.

Des Weiteren mal abklären, was mit einer Folierung drin ist, dieses komplett schwarze ist mir doch etwas zu viel schwarz. Eine Komplettfolierung muss natürlich nicht sein, ist auch zu teuer… aber irgendwas cooles gibt’s doch da bestimmt… mal sehn.

Sodenn, ich hoffe dieser erste Bericht hat gefallen, bei Fragen einfach Bescheid geben. Ich berichte in einigen Tagen wieder, wenn das Getriebeöl frisch gewechselt wurde, Termin ist am 08.03…

Viele Grüße,
Manu