Leserbericht: Der Leidensweg mit dem Grand Tourneo Connect

Ein Leserbericht von Walter Grosselfinger!

Liebe Blog-Leser, Interessenten, Familien und Ford-Fahrer,

wie man ja auf meinen beiden Webseiten für den Tourneo Courier und den Grand Tourneo Connect und auch im MOTOR-TALK Forum sehen kann, sind meine Familie und ich mit den beiden Fahrzeugen bisher sehr zufrieden. Aufgrund unserer Erlebnisse und der erhaltenen Unterstützung in den letzten Jahren im MOTOR-TALK Forum haben wir uns entschlossen, für die beiden neuen Fahrzeuge aus dem Jahre 2018 einen eigenen kleinen Blog zu erstellen und alle Erlebnisse, Kosten, Erfahrungen aufzuschreiben und zu teilen.

Somit können sich andere Interessierte, Familien und/oder andere Besitzer ein genaues Bild verschaffen und unsere Berichte, Bilder und Erlebnisse lesen. Zumal man online kaum langfristige und „realistische“ Erlebnisse über die beiden Fahrzeuge findet.

Äußerst positiv kamen bisher die Berichte an und es haben sich in den letzten beide Jahren viele Kontakte rund um den Großraum Karlsruhe, Baden-Baden und Offenburg gebildet.

Natürlich gibt es nicht nur positive Erlebnisse… leider!
Wie überall kann man auch mit einem Wagen Pech haben, und wie so oft schlägt dann auch meistens „Murphys Law“ zu. Murphy’s Gesetz kennen wir alle: “Anything that can go wrong WILL go wrong.”

Der Blogleser Walter Grosselfinger aus Friedberg hat mir seinen Leidensbericht geschildert und mich gebeten, diesen auch zu veröffentlichen. Ungeschönt, unzensiert, ungeschminkt. Dieser Bitte komme ich gerne nach, ich darf auch seinen Namen verwendet. Er steht dazu und will auch solche Erlebnisse mal genannt haben.

 

 

Bericht von Walter Grosselfinger, selbstständiger aus Friedberg:

„Mit einem Ford fährt man fort und mit dem Zug fährt man nach Hause.“

Dieser uralte Spruch ist heute zutreffender als jemals zuvor. Wo fange ich an und wo hör ich auf, bzw. wen interessiert das, Ford offensichtlich auf alle Fälle nicht!!!!!!

Ich habe am 5. Dezember 2017 einen Ford Grand Tourneo Connect Titanium für meine Firma erworben, das Fahrzeug war zu diesem Zeitpunkt ein halbes Jahr alt (20.000 km) und hatte einen Neupreis von 36.000 Euro. Knapp ein halbes Jahr (Mai 2018) später waren beide Heckklappendämpfer und die Rückfahrkamera defekt, beides wurde in einer dreitägigen Reparatur erneuert, natürlich alles im Rahmen der 5-Jahresgarantie, nur der Leihwagen wurde mit 75 Euro in Rechnung gestellt. Billiger geht´s nicht.

Im Juli 2018 erschien im Armaturenbrett der Hinweis „Motor überprüfen“, da war das Softwareupdate RR17E09 notwendig.

Mit einer Laufleistung von mittlerweile doch 50.000 km verabschiedeten sich im April und Mai 2019 beide vordere Radlager. Klar- der Einkäufer bei Ford hat ganze Arbeit geleistet und den Chinalieferanten wahrscheinlich auf einen Euro pro Radlager heruntergehandelt. Toll, Meisterleistung.

Am Samstag, den 1.Juni 2019 wollte das 1,5 Liter Hochleistungstriebwerk seine Arbeit gar nicht mehr vollbringen und blieb nach einem kurzen ruckeln einfach stehen. Der gerufene ADAC fand den Fehler sehr schnell. Bei der Ankunft sagte er: „Ach Ford, da ist bestimmt ein Abgas-Temperatur-Sensor wieder defekt.“

Er behielt recht, nach abstecken des blauen Sensors lies der Wagen sich wieder starten. So schnell wie möglich in die Werkstatt, meinte der nette ADAC-Mann. Der Samstag war also gelaufen. Ich dachte mir, da schreibe ich doch mal an Ford Deutschland eine E-Mail mit der Bitte, vielleicht alle bekannten Kinderkrankheiten auf Kulanz bzw. im Rahmen der 5-Jahres Garantie im Vorfeld zu beheben.

Ich erhielt dann die doch sehr persönliche Antwort (Standard Rückantwort 08-15), dass die Ford-Werke-GmbH über keine technische Kundenbetreuung verfügen und das nur der Händler vor Ort erledigen kann. Der Händler vor Ort darf aber nur Sachen austauschen, die wirklich defekt sind. Wenn der etwas wechselt, was nur auf Vermutung beruht, zahlt er an Ford eine Strafe (bis zu 10-fachem Reparaturpreis).

Klar Ford muss sparen, schreiben ja seit geraumer Zeit rote Zahlen, wie es nur sein kann?????

Weiter geht´s. Als mutiger Mann trat ich dann am 16. Juni 2019 meine Reise nach Kroatien -Malinska an, bis zum Karawankentunnel keine Probleme, jedoch im Tunnel, da war es wieder dieses „ruckeln“ des 1,5 Liter Hochleistungstriebwerkes. Ohoh, jetzt hilft nur beten. Hat dann auch geholfen und ich erreichte unseren Zielort, zwar durchgeschüttelt aber da. Besser schlecht gefahren als gut gelaufen.

Am Montag machte ich mich dann auf den Weg nach Rijeka zum Ford Händler um den Fehler prognostizieren zu lassen, der Fehler war zwar immer noch da, aber nicht im Fehlerspeicher abgespeichert, wobei wir wieder beim Thema sind: Ford übernimmt nur Garantiereparaturen, welche eindeutig sind, sprich nachvollziehbar sind, aber was nicht abgespeichert ist kann und darf nicht repariert werden… ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Vermutung des Ford-Händlers in Rijeka lag beim Abgasrückführungsventil, aber nur eine Vermutung und keine Diagnose oder Reparatur.

Eine Woche später auf dem Nachhauseweg, dasselbe Spiel wieder, am Irschenberg fast Stillstand, nur durch herunterschalten und spielen mit dem Gaspedal (ist übrigens Automatik) habe ich den Berg überwunden.

Mittlerweile schreiben wir den 23. August 2019, das Auto ruckelt mal mehr mal weniger, habe mich schon dran gewöhnt. Gestern war dann der große 60.000 Kundendienst fällig, das Ganze nochmal den Leuten in der Werkstatt erklärt, Auto ruckelt und ruckelt und ruckelt, könnte das vielleicht das Abgasrückführungsventil sein?

Schwierig… sehr, sehr schwierig, denn wenn der Fehler nicht im System abgespeichert ist, können und dürfen wir keine Garantiereparatur ausführen, sie müssen sobald der Fehler auftritt sofort in die nächste Ford-Werkstatt und den Motor auf keinen Fall abschalten, nur dann kann der Fehler u. U. ausgelesen werden. AHA, SOSO, Hochinteressant.

Ich bin Errichter von Alarmanlagen, unsere Systeme speichern die letzten 2 Millionen Ereignisse ab, egal was und wenn nur einen Bruchteil von einer Sekunde vorhanden- wir können es auslesen. Bei Ford geht das scheinbar nicht! Wie gesagt: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Gestern Abend das Auto vom großen Kundendienst abgeholt, 950 Euro leichter, klar da werden sämtliche Öle dieses Hochleistungstriebwerkes erneuert und es macht den Anschein, dass diese Öle alle aus Lourdes kommen… nur so erklärt sich der Preis, BMW ist billiger beim 60.000er Kundendienst, da dürfen auch ungeweihte Öle rein 🙂

Ein Fehler wurde dann doch festgestellt: Die Höhenverstellung des rechten Nebelscheinwerfers funktioniert nicht, Danke für diesen Hinweis!

 

Wie geht’s nun weiter? Nach defekter Rückfahrkamera, defekten Heckklappendämpfer, nach dem Softwareupdate RR 17E09, nach dem Ausfall des Radlagers vorne links und vorne rechts und dem permanenten Ruckeln harren wir der Dinge, die da kommen…

Es wird auf jeden Fall weiter berichtet!

 

Viele Grüße von Walter und von mir, bis zum nächsten Bericht,

euer Manu